Italienischer Schäferhund - Cane da Pastore Bergamasco

Geschrieben am 31.03.2006 von Conni Kreißl

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund:
Der Italienischer Schäferhund ist auch unter den Namen Cane da Pastore Bergamasco, Bergamasker oder Pastor Bergamasco bekannt. Er gehört zu den verbreitetsten und ältesten Rassen Italiens. Seinen Namen erhielt er nach der Region Bergamo in Norditaliens. Für seine Entstehung gibt es viele Thesen, so soll er von persischen Schäferhunden, Molossern und ungarischen Hirtenhunden abstammen. Andere sagen das er die gleichen Vorfahren wie die ungarischen Hunde Komondor und Puli hat, da er ihnen sehr ähnlich sieht. Diese werden wiederum auf die Tibetdogge zurückgeführt. Andere behaupten der Bergamasker kam im Gefolge der römischer Legionen aus dem Mittleren Osten nach Italien. Leider lässt sich aber keine dieser Theorien beweisen und so kann der wahre Ursprung der Rasse nicht genau ermitteln werden. Fest steht aber eindeutig, dass der Bergamasker seit dem 15. Jahrhundert in der Lombardei zu Hause ist, wo er seine Wolligen Schützlinge mutig vor feindlichen Angriffen bewahrt. Trotzdem nahm man ihn Jahrhunderte lang kaum zur Kenntnis und so gibt es von seiner Entwicklung nur spärliche Aufzeichnungen. Obwohl bereits im Jahr 1898 der italienische kynologische Landesverband das erste Zuchtbuch bzw. Stammbuch eröffnete, änderte sich das erst kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals wurden ein paar italienische Kynologen auf ihn aufmerksam, die sich für seine enorme Arbeitsfähigkeit und das originelle Aussehen begeisterten. Diese gründeten kurz darauf die Gesellschaft der Freunde des Bergamaskers, vereinheitlichten die Rasse und machten sie der breiteren Öffentlichkeit bekannt. 1959 gab der Internationale Hundeverband FCI dann den festgelegten Standard heraus und erkannte den italienischen Hirtenhund Cane da Pastore Bergamasco damit offiziell an.
Beschreibung:
Er ist ein Hund mittlerer Größe, von ungewöhnlich, rustikalem Aussehen, mit reichlich Fell an allen Körperpartien und einem kräftig gebauten, sehr gut proportioniert Körper. Er hat einen großen Kopf mit breitem Schädel, der so behaart ist, das die dunklen Augen von dem Fell bedeckt werden. Seine hoch angesetzten, mittelgroßen Ohren sind nur leicht gekippt bzw. werden halb aufrecht getragen. Rumpf, Lendenpartie und Kruppe müssen bei diesem klasse Kletterer gut bemuskelt sein. Die breite Brust soll bis zum Ellenbogen herabreichen und gut gerundete Rippen haben. Die starknochigen, kräftigen Gliedmaßen sind lang und gerade und die Hasenpfoten mit den schmalen Ballen haben schwarze Krallen. Sie besitzen ein unverwechselbares Schnürenfell. Dieses Fell ist weich, lang, dicht und bildet kräftige wellige Flocken bzw. Zotten, welche "Dreadlocks" oder "Biocolli" genannt werden, gerade herunter hängent und die feine, kurze Unterwolle überdecken. Er kommt in grau, grauschattierungen oder gescheckt mit Flecken in schwarz, weiß oder isabella und auch ganz schwarz vor. Er ist ca. 55 bis 63 cm hoch und wiegt ungefähr 26 bis 38 kg.
Wesen des Hundes:
Er ist lebhaft, wachsam, geduldig, intelligent aber auch eigensinnig und von besonderer Intelligenz. Er handelt unabhängig und situationsbezogen, ist aufmerksam, zuverlässig, geduldig, aufgeweckt, fröhlich und unerschrocken. Dieser Hund baut zu seinem Menschen eine besonders enge Beziehung auf, streunt nicht, rauf sich nicht, ist lässig, anhänglich, mutig und überaus treu.
Pflegehinweise:
Für die undurchdringliche Filzschicht braucht sein Besitzer viel Geduld. Das Haar verfilzt zunächst im Ganzen und muss dann überall bis zur Haut geteilt werden. Da sonst zu dicke Filzplatten entstehen, die zum einen nicht besonders schön aussehen und zum anderen verhindern, das die notwendige Luft an die Hundehaut kommt. Auch er will viel Auslauf.
Besonderheiten:
Er hat sich sowohl als Familienhund, sowie auch als Begleit-, Wach-, Schutz- und Leithund bewährt. Dieser wertvolle Hund, dessen Fell eine natürliche Panzerung bildet, verteidigt Herr und Vieh unter Einsatz seines eigenen Lebens, eignet sich jedoch kaum für die Stadt und schon gar nicht für die Wohnungshaltung.